Wide view of Cristina Milea's set: giant thorny cactus-like forms hang in blue fog while Lin sits on the sofa, Clara stands beside her and Rahel sits cross-legged on the floor.
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2024TheaterMittelsächsisches Theater, Freiberg / Döbeln

Muttersprache Mameloschn

von Sasha Marianna Salzmann

Hauptpreis des 12. Sächsischen Theatertreffens, Leipzig 2024

Über die Produktion

„Schade, dass es die DDR nicht mehr gibt, sonst könntet ihr beide zurückgehen und dort euren jüdischen Chor aufmachen.“ – Clara. Drei Frauen, drei Generationen, eine Familie: Großmutter Lin, die das KZ überlebte, bekannte sich als überzeugte Kommunistin zur DDR und ging als Sängerin jüdischer Lieder auf große Auslandstourneen. Ihre Tochter Clara konfrontiert Lin noch im Erwachsenenalter mit dem Vorwurf, sie als Kind um der Bühnenkarriere willen vernachlässigt zu haben. Enkelin Rahel will, wie ihr Bruder vor ihr, die Familie verlassen und ins Ausland gehen.

Im Leben der Drei wiederholen und variieren sich gesellschaftliche Lebensumstände: Was hieß es, vor 50 Jahren in der DDR als Jüdin zu leben, und was bedeutet es heute? In der Familie kreisen die Konflikte um Unausgesprochenes, um Verletzungen und Enttäuschungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Mameloschn ist das jiddische Wort für Muttersprache, und die Muttersprache erweist sich für Lin, Clara und Rahel als eine ewige Fremdsprache der Liebe, die nicht vor dem Missverstehen bewahrt. Ein scharfzüngiges Stück und eine Hommage an den jüdischen Humor.

Die Inszenierung hatte am 10. Februar 2024 in Freiberg und im März 2024 in Döbeln Premiere. Im Mai 2024 wurde sie zum 12. Sächsischen Theatertreffen nach Leipzig eingeladen, wo ihr eine Jury aus Theaterliebhaberinnen und -liebhabern der elf beteiligten Theater den Hauptpreis in der Kategorie „berührend – bewegend – bedacht“ zuerkannte: das erste Mal, dass dieser Preis nach Mittelsachsen ging.

„Und genauso inszeniert die junge Regisseurin Petra Ratiu die Vorlage, nämlich außerordentlich unterhaltsam und mit Licht sowie Musik zudem sehr gut durchkomponiert. Entsprechend feierte das Freiberger Publikum begeistert diese Bühnenarbeit, die nachwirkt und nachdenklich macht.“

Maurice Querner, Freie Presse, 24. Februar 2024

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Pressestimmen

Jury des 12. Sächsischen Theatertreffens Jurybegründung · 26. Mai 2024 · zitiert in der Döbelner Allgemeinen Zeitung, 28. Mai 2024

MiT holt Hauptpreis bei Festival in Leipzig

Die Umsetzung dieser Familiengeschichte berührt unsere Herzen und bewegt den Verstand.

Die Umsetzung dieser Familiengeschichte, geschrieben von der Autorin Sasha Marianna Salzmann, berührt unsere Herzen und bewegt den Verstand. Wir erlebten den Drei-Generationen-Konflikt zwischen Müttern und Töchtern – vor dem Hintergrund jüdischer Lebensrealität in der DDR – als eine Thematik, die sowohl die Region betrifft als auch über den Tellerrand hinausschaut.

Die schauspielerische Leistung von Andrea Seitz, Sophie Lüpfert, Natalie Heiß und Tessa Eidam hat uns dazu inspiriert, die Kategorie des Hauptpreises zu vergeben mit den Attributen: berührend – bewegend – bedacht.

Auszug aus „MiT holt Hauptpreis bei Festival in Leipzig“, Jury des 12. Sächsischen Theatertreffens, 26. Mai 2024.

Freie Presse Kritik · 24. Februar 2024 · Maurice Querner

Wenn die Mischpoche nur noch nervt

Genauso inszeniert die junge Regisseurin Petra Ratiu die Vorlage, nämlich außerordentlich unterhaltsam und mit Licht sowie Musik zudem sehr gut durchkomponiert. Entsprechend feierte das Freiberger Publikum begeistert diese Bühnenarbeit, die nachwirkt und nachdenklich macht.

Andrea Seitz spielt ihre Berühmtheit zunächst herrlich extrovertiert vor bizarr-eindrucksvollem Bühnenbild […]. Vom Bühnenhimmel hängen lange, schmale Gebilde, die an Wurzelstränge erinnern. Es könnten jüdische Wurzeln sein, die man eben hat und sich nicht aussuchen kann.

„Muttersprache Mameloschn“ zeigt drei Frauen unterschiedlichen Alters, die Schwierigkeiten mit ihrer Identität haben, die von der Geschichte geprägt aneinander vorbeiagieren. Das mag sich zunächst als schwerer Stoff andeuten. Doch das männerfreie Stück […] arbeitet sich mit viel Sprachwitz und Humor an den Fragen nach Schuld und Verantwortung ab.

Und genauso inszeniert die junge Regisseurin Petra Ratiu die Vorlage, nämlich außerordentlich unterhaltsam und mit Licht sowie Musik zudem sehr gut durchkomponiert. Entsprechend feierte das Freiberger Publikum begeistert diese Bühnenarbeit, die nachwirkt und nachdenklich macht.

Auszug aus „Wenn die Mischpoche nur noch nervt“, Freie Presse, 24. Februar 2024. Zum Artikel

Freie Presse · Freiberger Zeitung Bericht · 28. Mai 2024 · Stefan Tschök

Hauptpreis für Freiberger Theater

Gerade die Unverkrampftheit der Dialoge, weder übertrieben moralisierend noch platt, gehört zu den großen Stärken des Stücks.

Aber auch die zweite Vorstellung an einem sonnigen Donnerstagvormittag um zehn, also alles andere als einer typischen Theaterzeit, fand regen Zuspruch und […] ein begeistertes Publikum.

Gerade die Unverkrampftheit der Dialoge, weder übertrieben moralisierend noch platt, gehört zu den großen Stärken des Stücks. Dies hat auch eine elfköpfige Jury aus Theaterliebhabern, die von den teilnehmenden Theatern entsandt worden sind, so gesehen und der Inszenierung den Preis des 12. Sächsischen Theatertreffens zuerkannt.

Auszug aus „Hauptpreis für Freiberger Theater“, Freie Presse · Freiberger Zeitung, 28. Mai 2024. Zum Artikel

Leipziger Volkszeitung Bericht · 28. Mai 2024

Bewegt, belichtet, ausgezeichnet

Der Hauptpreis „bewegt, berührt, bedacht“ geht an „Muttersprache Mameloschn“.

Den von der Sparkasse Leipzig gestifteten […] Preis teilte die Festivaljury unter drei Theatern auf: Der Hauptpreis „bewegt, berührt, bedacht“ […] geht an „Muttersprache Mameloschn“ […]. Die Entscheidung traf eine vielstimmige Publikumsjury.

Auszug aus „Bewegt, belichtet, ausgezeichnet“, Leipziger Volkszeitung, 28. Mai 2024.