Petra Rațiu

Theaterregisseurin

Petra Rațiu

Theaterregisseurin zwischen der rumänischen und der deutschsprachigen Bühne. Leiterin der Deutschen Abteilung des Nationaltheaters „Radu Stanca“ in Hermannstadt.

Foto: Alexandru Cîrneală

„Ich will mehr fühlen als verstehen.“

Im Gespräch mit Capital Cultural, 2025
Porträt von Petra Rațiu, lächelnd, im karierten Hemd
Foto: Alexandru Cîrneală

Über mich

Ich bin 1989 in Mediasch geboren und in Birthälm aufgewachsen, einem sächsischen Dorf in Siebenbürgen. Meine erste Bühne war eine verlassene Scheune, in der meine Freunde und ich dicke, staubige Decken an ein Seil hängten und sie Vorhang nannten.

Ich habe Schauspiel an der UNATC „I.L. Caragiale“ in Bukarest studiert und in diesen Jahren am Nationaltheater Bukarest gespielt. Danach ging ich nach Deutschland, für ein Masterstudium Regie an der Athanor Akademie bei David Esrig. Die Ängste und Unsicherheiten, die mich als Schauspielerin begleitet hatten, wurden in der Regie zu einem kreativen Motor.

Ich assistierte Herbert Fritsch an der Volksbühne Berlin und am Schauspielhaus Zürich und war von 2017 bis 2019 Regieassistentin an der Schaubühne Berlin, wo ich mit internationalen Regisseurinnen und Regisseuren gearbeitet habe. Seit 2020 inszeniere ich eigene Produktionen in Deutschland, der Schweiz und Rumänien.

Ich unterrichte an der West-Universität Timișoara und leite seit 2025 die Deutsche Abteilung des Nationaltheaters „Radu Stanca“ in Hermannstadt.

Geboren
1989, Mediasch, Siebenbürgen
Lebt in
Hermannstadt, Rumänien
Ausbildung
UNATC Bukarest · Athanor Akademie
Arbeitet in
Rumänien · Deutschland · Schweiz

Ausgewählte Arbeiten

Produktionen

Wide view of the reading performance at Casa Artelor in Sibiu: actors seated behind a long white table with microphones in a bright white room, a further reader seated at a music stand and a Radio Romania banner at the left, and the audience seated on both sides in the foreground.

2026LeseperformanceInternationales Theaterfestival Hermannstadt (FITS)

Im Menschen muss alles herrlich sein

von Sasha Marianna Salzmann · Bühnenfassung mit Hakan Savaş Mican

Eine Leseperformance nach Sasha Marianna Salzmanns vielfach ausgezeichnetem Roman in seiner Bühnenfassung, in rumänischer Übersetzung beim Internationalen Theaterfestival Hermannstadt, mit Schauspielerinnen und Schauspielern des Nationaltheaters „Radu Stanca“.

  • FITS 2026 · 24. Juni 2026
  • Lesereihe „Virgil Flonda“
  • Aufgezeichnet vom Rumänischen Nationalen Rundfunktheater
Black-and-white photo of AnniKa von Trier reading from a book while looking up at a stone sphinx on its pedestal.

2026LeseperformanceSchloss Rheinsberg, Brandenburg

LustWandeln

oder Warum Prinz Heinrich die Sphinx versetzt · von und mit AnniKa von Trier

Eine Leseperformance mit Akkordeon und Gesang der Berliner Künstlerin AnniKa von Trier, inszeniert an den Originalschauplätzen: an der Sphinxtreppe im Lustgarten und im Spiegelsaal von Schloss Rheinsberg. Warum hatte Prinz Heinrich die Sphinxe versetzen lassen?

  • Sommer 2026 · Schloss Rheinsberg
  • Im Rahmen von „h300“, 300 Jahre Prinz Heinrich
  • Geprobt in Hermannstadt
He leans over her and touches her forehead as she sits with her eyes closed, smoke rising behind them.

2025TheaterWest-Universität Timișoara · Black Box Studio

Der Liebhaber

von Harold Pinter

Harold Pinters „Der Liebhaber“, erarbeitet mit den Schauspielstudierenden des zweiten und dritten Jahrgangs der deutschsprachigen Klasse in Timișoara.

  • Studierendenproduktion
  • Celebrating Arts · Festival FMT35
Black and white close-up of a face veiled in translucent white fabric.

2023PerformanceGalerie Fantom, Berlin

Stratum

Performance und interaktive Installation

Eine Performance und interaktive Installation, entstanden mit der Schauspielerin Anastasiia Starodubova und mit der Stimme von Iulia Grigoriu, gezeigt in der Galerie Fantom in Berlin.

  • 10. September 2023
  • Teil von „Divanul / The Divan. Cantemir. Spirit universal“
Three performers with white-painted faces laugh from inside a cluster of bald puppet heads and grey coats.

2020PuppentheaterMusiktheater im Revier, Gelsenkirchen

sauer.stoff

frei nach Iwan Wyrypajews „Sauerstoff“

Der perfekte Rausch des Lebens, die Ablösung von allen Regeln und Zwängen: Wyrypajews Kulttext über eine moderne Paarbeziehung und die Zehn Gebote, inszeniert mit drei Puppenspielerinnen, Choreografie, Live-Video und Musik.

  • MiR Puppentheater · „Puppet Masters“
  • Mit Puppenspielerinnen der HfS „Ernst Busch“ Berlin
A woman in a blonde wig and fur reclines in a bathtub, one leg over the rim, smiling at the audience.

2016TheaterAthanor Theater, Passau

Venus im Pelz

von David Ives, nach Leopold von Sacher-Masoch

Eine frühe Arbeit aus den Athanor-Jahren: David Ives’ Zweipersonenstück über ein Vorsprechen, das zum Machtspiel wird. Wo verläuft die Grenze zwischen Schauspieler und Figur?

  • Athanor Theater
  • Café Museum, Passau

Werdegang

Ausbildung und Zusammenarbeit

  1. Seit 2025

    Leiterin der Deutschen Abteilung

    Nationaltheater „Radu Stanca“, Hermannstadt

  2. Seit 2024

    Lehrbeauftragte für Regie

    West-Universität Timișoara, Arbeit mit den Schauspielstudierenden der deutschsprachigen Klasse

  3. 2023

    X-Fest, erste Ausgabe

    Mitorganisation des internationalen Festivals für junges Theater am Teatrul Excelsior Bukarest, mit Vlad Cristache und Andrei Marinescu

  4. Seit 2020

    Freie Regisseurin

    Produktionen in Deutschland, der Schweiz und Rumänien

  5. 2017 – 2019

    Regieassistentin

    Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

  6. Berlin · Zürich

    Assistentin von Herbert Fritsch

    Volksbühne Berlin und Schauspielhaus Zürich

  7. Passau

    Masterstudium Regie

    Athanor Akademie, bei David Esrig

  8. 2009 – 2012

    Schauspielstudium

    UNATC „I.L. Caragiale“ Bukarest, mit Auftritten am Nationaltheater Bukarest

Petra Rațiu lacht hinter der Bühne mit einem Schauspieler im Clownskostüm
Hinter der Bühne bei „Der Clown und Europa“. Foto: Detlev Müller
Petra Rațiu im blauen Blazer, an eine Säule in Hermannstadt gelehnt
Foto: Alexandru Cîrneală

Hermannstadt · Sibiu

Theater: ein Ort der Begegnung

Seit 2025 leite ich die Deutsche Abteilung des Nationaltheaters „Radu Stanca“: ein Ensemble von dreizehn Schauspielerinnen und Schauspielern, das auf Deutsch spielt, in einer Stadt, in der diese Sprache eine jahrhundertelange Geschichte hat.

Ich inszeniere weiter, während ich die Abteilung leite. Ich glaube auch nicht, dass sich diese beiden Aufgaben gegenseitig ausschließen. Im Gegenteil, für mich können sie sehr gut nebeneinander existieren. Ich wünsche mir langfristige Partnerschaften mit deutschsprachigen Theatern, eine Vielfalt an Regiehandschriften auf unserer Bühne und mehr Arbeit mit Schulen und ländlichen Gemeinden.

Unsere Spielzeit 2026/27 hat mit „Alice“ in der Regie von Ștefan Lupu begonnen und wird mit „Das Urteil“ fortgesetzt, einer Koproduktion mit dem Staatstheater Cottbus in der Regie von Timofej Kuljabin, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

„Theater ist vielleicht einer der schönsten Orte dafür, weil Sprache hier nicht nur gesprochen, sondern erlebt wird.“

Hermannstädter Zeitung, September 2026
Nationaltheater „Radu Stanca“

Kontakt

Für Produktionen, Zusammenarbeit und Presse

petra.ratiu@sibfest.ro

Nationaltheater „Radu Stanca“ · Deutsche Abteilung
Hermannstadt, Rumänien